Dürfen Hunde Kohl essen? Ja - in maßvollen Mengen

Hund sitzt neben einem Kohlkopf auf einem Holztisch
Foto: Ron Lach / Pexels
Kurz gesagt

Ja, dein Hund darf Kohl essen - er ist nicht giftig und liefert Vitamin C, Vitamin K und Ballaststoffe. Gib ihn aber in kleinen Mengen und am besten gegart ohne Salz und Gewürze, denn roher Kohl verursacht starke Blähungen. Hunde mit Schilddrüsenproblemen oder Neigung zu Blähungen sollten Kohl meiden - sprich das mit deiner Tierarztpraxis ab.

Kohl ist eines dieser Gemüse, das in fast jedem polnischen Haushalt im Topf landet - Bigos, Kohlrouladen, Salat. Kein Wunder, dass der Hund um die Küche schleicht und hoffnungsvoll schaut. Ein Stück darfst du ihm geben. Aber es gibt Bedingungen, ohne die du es besser lässt.

Was bringt Kohl dem Hund?

Kohl ist ein nährstoffreiches und kalorienarmes Gemüse. AKC und PetMD bestätigen, dass er in vernünftigen Mengen für Hunde sicher ist und Folgendes liefert:

  • Vitamin C - unterstützt das Immunsystem
  • Vitamin K - wichtig für die Blutgerinnung und gesunde Knochen
  • Ballaststoffe - regulieren Verdauung und Darmtätigkeit
  • Beta-Carotin - ein Antioxidans, das Sehkraft und Abwehrkräfte unterstützt
  • Magnesium - wichtig für Muskeln und Nervensystem

Rotkohl enthält etwas mehr Antioxidantien als Weißkohl - beide sind sicher. Ein guter Snack für Hunde, die aufs Gewicht achten: kalorienarm, sättigend und knackig.

Kohl und Blähungen - das Hauptrisiko

Das ist der Grund, warum Kohl nur selten und in kleinen Mengen in den Napf gehört. Kohl gehört zu den Kreuzblütlern (zusammen mit Brokkoli und Blumenkohl) und produziert bei der Verdauung große Mengen Gas. Zu viel Kohl löst beim Hund starke Blähungen und Bauchbeschwerden aus und kann im Extremfall das Risiko einer Magendrehung bei dafür veranlagten Rassen erhöhen (z. B. Deutscher Schäferhund, Deutsche Dogge, Labrador).

Gegarter oder gedämpfter Kohl ist für das Verdauungssystem deutlich milder als roher. Wenn dein Hund zu Blähungen neigt - besprich die Fütterung von Kohl mit deiner Tierarztpraxis.

Kohl und die Schilddrüse

Diesen Punkt sollte man ehrlich einordnen. Das Merck Veterinary Manual führt Kohl tatsächlich unter den kropferzeugenden Pflanzen auf, also solchen, die den Jodhaushalt stören können - beschreibt das Problem aber bei Nutztieren (Schweine, Lämmer, Kälber, Fohlen) und weist darauf hin, dass die enthaltenen Substanzen schwächer sind als die aus Soja. Merck überträgt diesen Mechanismus nicht auf Hunde. Und ergänzt etwas Praktisches: Kochen oder Erhitzen zerstört die kropferzeugende Substanz in diesen Pflanzen.

Zur Einordnung: In seinem Kapitel zur Schilddrüsenunterfunktion beim Hund gibt Merck an, dass über 95 Prozent der klinischen Fälle auf die Zerstörung der Drüse selbst zurückgehen, meist durch eine lymphozytäre Entzündung oder eine idiopathische Atrophie. Die Ernährung wird unter den Ursachen nicht genannt. Mit anderen Worten: Eine kleine Portion gegarter Kohl ist keine Gefahr für die Schilddrüse deines Hundes. Wird dein Hund an der Schilddrüse behandelt, entscheidet über jede dauerhafte Beigabe ohnehin die behandelnde Tierärztin oder der behandelnde Tierarzt.

Sauerkraut - Achtung Salz

Sauerkraut ist ein beliebtes polnisches Produkt, für den Hund aber wegen des Salzgehalts ein Problem: Sauerkraut aus dem Laden enthält 1,5-2,5 Prozent Salz, was für Hunde ein zu hoher Wert ist. Zu viel Natrium kann die Nieren belasten, den Blutdruck erhöhen und den Elektrolythaushalt stören.

Wenn du Sauerkraut geben willst, wähle selbst eingelegtes ohne Salz oder spüle gekauftes gründlich unter fließendem Wasser ab. Die Menge? Symbolisch - ein Teelöffel ab und zu.

Form des Kohls Geben? Hinweise
Gekocht / gedämpft Ja Am sichersten, wenig Salz, leicht verdaulich
Roh Vorsichtig Starke Blähungen, schwerer verdaulich
Sauerkraut (selbst gemacht) Nur in Spuren Salzgehalt prüfen, mögliche probiotische Wirkung
Sauerkraut (aus dem Laden) Nein Zu viel Salz
Mit Zwiebeln, Knoblauch, Gewürzen Nein Zwiebeln und Knoblauch sind für Hunde giftig
In Butter gebraten oder mit Soße Nein Fett und Zusätze sind schädlich

Wie bereitest du Kohl für den Hund zu?

Drei Regeln:

  1. Koche oder dämpfe ihn - ohne Salz, Zucker, Zwiebeln, Knoblauch und andere Gewürze.
  2. Entferne den Strunk - er ist hart und schwer verdaulich.
  3. Schneide kleine Stücke - bei großen Blattstücken ist die Erstickungsgefahr real.

Gib ihn abgekühlt und immer als Beigabe - nie als Hauptmahlzeit.

Wie viel Kohl ist eine sichere Portion?

Alle Snacks zusammen sollten nicht mehr als 10 Prozent des täglichen Kalorienbedarfs deines Hundes ausmachen. Bei Kohl empfehlen wir wegen des Blähungsrisikos noch kleinere Portionen, gerade am Anfang:

Größe des Hundes Sichere Einzelportion
Klein (bis 10 kg) 1 Teelöffel gegarter Kohl
Mittel (10-25 kg) 1 Esslöffel
Groß (über 25 kg) 1-2 Esslöffel

Nicht häufiger als 2-3 Mal pro Woche. Beobachte deinen Hund nach der ersten Portion - treten Blähungen, ein aufgeblähter Bauch oder Durchfall auf, ist Kohl keine gute Wahl für ihn.

Was ist mit anderen Kreuzblütlern?

Wenn dich das Thema Kreuzblütler interessiert, lies auch die Artikel über Brokkoli und Blumenkohl - beide Gemüse haben ein ähnliches Profil an Vorteilen und Risiken. Und für den kompletten Überblick über sichere und verbotene Lebensmittel lohnt sich ein Blick in den Ratgeber, was Hunde fressen dürfen und was nicht.


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Quellen

Häufige Fragen

Ist roher Kohl für Hunde sicher?
Roher Kohl ist nicht giftig, verursacht aber starke Blähungen und ist schwerer verdaulich als gegarter. Wenn du deinem Hund rohen Kohl gibst, dann in sehr kleinen Mengen, und beobachte die Reaktion des Magens. Gekocht oder gedämpft ist er sicherer.
Darf mein Hund Sauerkraut essen?
Sauerkraut aus dem Laden ist für Hunde ungeeignet - es enthält viel Salz (1,5-2,5 Prozent), das den Nieren schadet und zu Flüssigkeitseinlagerungen führen kann. Selbst eingelegtes Kraut ohne Salz oder sorgfältig abgespültes Kraut kann in symbolischer Menge als Probiotikaquelle gegeben werden, notwendig ist es in der Hundeernährung aber nicht.
Schadet Kohl der Schilddrüse meines Hundes?
Merck führt Kohl unter den kropferzeugenden Pflanzen auf, beschreibt diesen Effekt aber bei Nutztieren, nicht bei Hunden, und weist darauf hin, dass Kochen die kropferzeugende Substanz zerstört. Über 95 Prozent der Fälle von Schilddrüsenunterfunktion beim Hund entstehen durch die Zerstörung der Drüse selbst, nicht durch die Ernährung. Eine kleine Portion gegarter Kohl ist für die Schilddrüse eines gesunden Hundes also keine Gefahr.
Wie viel Kohl darf ich meinem Hund geben?
Kleine Hunde (bis 10 kg) - ein Teelöffel gegarter Kohl. Mittelgroße Hunde (10-25 kg) - ein Esslöffel. Große Hunde (über 25 kg) - bis zu zwei Esslöffel. Nicht häufiger als 2-3 Mal pro Woche. Kohl sollte nicht mehr als 10 Prozent der täglichen Kalorienmenge ausmachen.
Welche Kohlsorte ist die beste für Hunde?
Alle gängigen Sorten - Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Chinakohl - sind in maßvollen Mengen sicher. Rotkohl enthält etwas mehr Antioxidantien. Jede Sorte solltest du ohne Salz, Zwiebeln und Knoblauch kochen oder dämpfen.
Wie bereitest du Kohl für den Hund zu?
Koche oder dämpfe ihn ohne Salz, Zucker und Gewürze. Entferne den harten Strunk und die äußeren Blätter. Schneide kleine, an die Größe deines Hundes angepasste Stücke. Gib keine Butter, kein Olivenöl und keine Soßen dazu.