Heuscheuergebirge mit Hund - wo es erlaubt ist und wo du umkehrst

Sandsteinformationen im Gebirge im Herbst
Foto: Tom Kulitze / Pexels
Kurz gesagt

In den Nationalpark Góry Stołowe (Heuscheuergebirge) darfst du mit Hund, allerdings ausschließlich an der Leine und mit Maulkorb. Der Hund ist auf den meisten Wander- und Radwegen erlaubt, ausgenommen sind Routen durch Zonen mit strengem und aktivem Schutz sowie die im Winter ausgewiesenen Skiloipen. Die zwei bekanntesten Punkte haben eigene Regeln: In den Błędne Skały ist der Zutritt mit Hund zur Touristenroute verboten, und auf dem Szczeliniec Wielki kommst du mit Hund bis zu den Nordterrassen und zur PTTK-Hütte, aber nicht auf die Touristenroute über den Gipfel.

Das Heuscheuergebirge (Góry Stołowe) ist einer der wenigen Orte in den polnischen Bergen, an dem die Antwort auf die Frage "komme ich da mit Hund rein" lautet: "ja, aber". Der Park lässt Hunde auf den meisten seiner Wege zu, unter zwei harten Bedingungen und mit zwei Ausnahmen, die ausgerechnet die beliebtesten Attraktionen betreffen. Das weiß man besser vor der Abfahrt als auf dem Parkplatz in Karłów.

Zwei Bedingungen ohne Ausnahme

Leine und Maulkorb. Der Park lässt hier keinen Interpretationsspielraum: Ein Hund darf ausschließlich an der Leine und mit Maulkorb mitgeführt werden. Das ist nicht derselbe Standard wie in der Tatra oder im Riesengebirge, wo Hunde schlicht verboten sind - betrachte den Maulkorb also als Eintrittspreis. Wenn dein Hund ihn nicht gewohnt ist, fang zwei Wochen vorher an: kurze Einheiten zu Hause, Leckerli durch den Korb, niemals mit Gewalt kurz vor dem Einstieg anlegen.

Wohin du mit Hund nicht kommst

Die zwei am stärksten besuchten Punkte des Parks haben eigene Regeln, und genau hier verschätzen sich die Leute meistens.

Błędne Skały. In die Touristenroute, also das enge Labyrinth zwischen den Sandsteinblöcken, kommst du mit Hund nicht hinein. Du fährst und läufst über den Weg bis zum Eingang, der Durchgang durch das Labyrinth ist aber ausgenommen.

Szczeliniec Wielki. Hier wird geteilt. Mit Hund darfst du auf die Nordterrassen und zur PTTK-Hütte, und kehrst auf demselben Weg zurück. Auf die Touristenroute durch das Gipfellabyrinth, mit Treppen, Spalten und dem Piekiełko ("Höllchen"), führst du deinen Hund nicht.

Außerdem fallen die Wege durch Zonen mit strengem und aktivem Schutz sowie die im Winter als Skiloipen ausgewiesenen Strecken von der Liste.

Wege, die für den Hund offen sind

Der Park nennt konkrete Wander- und Radwege, auf die du mit Hund an der Leine und mit Maulkorb darfst. Einige davon ergeben sinnvolle Tagespläne:

  • der blaue Weg von Dańczów nach Darnków über die Krucze Skały,
  • der grüne Weg von Kudowa-Zdrój zur Lichtung YMCA,
  • der grüne Weg von der Lichtung YMCA zur Lisia Przełęcz,
  • der rote Weg von Jakubowice zu den Błędne Skały (ohne Zutritt zur eigentlichen Touristenroute),
  • der grüne Weg von Bukowina Kłodzka zu den Błędne Skały,
  • der blaue Weg von Karłów zur Lisia Przełęcz und von Karłów nach Pasterka,
  • der Lehrpfad Skalne Grzyby (Felsenpilze),
  • der Kręgielny Trakt von Karłów nach Batorówek.

Die aktuelle Karte der zugelassenen Abschnitte veröffentlicht der Park selbst, und es lohnt sich, sie vor der Fahrt zu prüfen, denn die Liste wird gelegentlich korrigiert.

Ein Plan, der im Herbst funktioniert

Wenn ihr ein Wochenende fahrt, sieht eine sinnvolle Aufteilung so aus: am ersten Tag die Skalne Grzyby, ein ruhiger, schattiger Pfad mit gutem Untergrund für die Pfoten und ohne Menschenmassen. Am zweiten Tag Karłów, der Aufstieg zu den Nordterrassen des Szczeliniec und zurück, unterwegs ein Stopp in Pasterka. Die Błędne Skały hebt euch für einen Besuch ohne Hund auf oder plant so, dass eine Person mit ihm draußen bleibt.

September und Oktober sind hier schlicht besser als die Sommerferien. Der Sandstein heizt sich stark auf, und in der Hitze werden die engen Durchgänge zwischen den Felsen zum Backofen, in dem dein Hund viel schneller hechelt als du. Nach der Saison verschwinden die Warteschlangen, und der Laubwald am Fuß sieht so aus, wie er nur im Oktober aussieht.

Bevor ihr ins Auto steigt

  • Wasser. Auf den Wegen trefft ihr nicht immer auf einen Bach, nehmt eine Flasche und einen faltbaren Napf mit.
  • Ballen. Sandstein ist manchmal rau, kontrolliert bei längeren Touren die Pfoten in der Pause.
  • Zecken. Der Herbst ist ihr zweiter Aktivitätsgipfel, ausführlicher beschrieben im Text über Zecken beim Hund.
  • Übernachtung. Bucht rechtzeitig und vergewissert euch, dass der Hund wirklich willkommen ist und nicht nur gegen Aufpreis geduldet wird.

Mehr über Kondition, Tempo und die Wahl der Route passend zum Hund findest du in unserem Ratgeber über Bergwandern mit Hund.


Das Heuscheuergebirge zeigt, dass Nationalpark und Hund nicht immer zwei sich ausschließende Welten sind. Schau auf der DOGOUT-Karte nach, was in der Umgebung sonst noch für die Crew mit Hund offen ist, und trag die Orte ein, die ihr selbst auf dem Weg getestet habt.

Quellen

Häufige Fragen

Darf man mit Hund in den Nationalpark Góry Stołowe?
Ja, aber nur an der Leine und mit Maulkorb. Es ist einer der offeneren Nationalparks in Polen, die Erlaubnis gilt allerdings für konkrete Wander- und Radwege, nicht für das gesamte Gelände. Wege durch Zonen mit strengem und aktivem Schutz sowie die im Winter ausgewiesenen Skiloipen sind ausgenommen.
Komme ich mit Hund auf den Szczeliniec Wielki?
Teilweise. Mit Hund an der Leine und mit Maulkorb erreichst du die Nordterrassen und die PTTK-Hütte auf dem Szczeliniec und kehrst auf demselben Weg zurück. Für die Touristenroute durch das Felsenlabyrinth auf dem Gipfel gilt ein Zutrittsverbot mit Hund.
Und die Błędne Skały?
In die Touristenroute der Błędne Skały kommst du mit Hund nicht hinein. Du erreichst über den roten Weg aus Jakubowice oder den grünen aus Bukowina Kłodzka den Eingang, das enge Felsenlabyrinth selbst ist aber ausgenommen.
Maulkorb für jeden Hund oder nur für bestimmte?
Der Park verlangt Leine und Maulkorb. Bereite deinen Hund am besten vorher darauf vor: ein Maulkorb, der zum ersten Mal auf dem Parkplatz vor dem Einstieg angelegt wird, bedeutet garantiert Stress und Gezerre. Ein paar kurze Trainingseinheiten zu Hause reichen, damit dein Hund ihn neutral findet.
Wann fährt man am besten mit Hund ins Heuscheuergebirge?
September und Oktober sind hier deutlich besser als der Juli. Es fehlt die Hitze, die zwischen Felsenlabyrinthen und aufgeheiztem Sandstein anstrengend werden kann, die Schlangen am Szczeliniec sind kürzer und die Wege viel ruhiger. Denk nur an Wasser, denn unterwegs findest du nicht immer einen Bach.