Hund leckt Pfoten - 6 Ursachen und wann du reagieren solltest

Hund leckt auf dem Boden liegend seine Vorderpfote
Foto: Jayson Lorenzo / Pexels
Kurz gesagt

Ein Hund leckt die Pfoten meist wegen einer Allergie (Umwelt oder Futter), einer Hefepilzinfektion, eines Fremdkörpers zwischen den Zehen, wegen Schmerzen oder einer Verletzung der Pfote, gelegentlich auch aus Stress und Langeweile. Gelegentliches Lecken ist normal - zum Problem wird es, wenn es hartnäckig wird, die Pfoten gerötet oder geschwollen sind oder der Hund lahmt. Dann ist ein Tierarztbesuch nötig.

Die meisten Hunde lecken ab und zu ihre Pfoten - das gehört zur täglichen Hygiene. Aber was, wenn er es stundenlang tut, ohne Pause, bis das Fell zwischen den Zehen bräunlich-rostig wird? Das ist keine Körperpflege mehr. Das ist ein Signal, dass etwas nicht stimmt.

Warum leckt ein Hund die Pfoten - die 6 häufigsten Ursachen

Übermäßiges Pfotenlecken ist selten zufällig. Hier eine Tabelle mit den häufigsten Ursachen und den charakteristischen Symptomen, die helfen, die Diagnose vor dem Tierarztbesuch einzugrenzen.

Ursache Typische Symptome Wann am häufigsten?
Umweltallergie Saisonales Lecken, Pfoten, Bauch, Ohren Frühling und Sommer (Pollen, Gräser)
Futtermittelallergie Lecken das ganze Jahr, gerötete Ohren Unabhängig von der Jahreszeit
Hefepilzinfektion "Maisgeruch", bräunliches Fell, Juckreiz Häufiger im Sommer, nach dem Baden
Fremdkörper Plötzliches Lecken einer Pfote, Lahmheit Nach einem Spaziergang im Gelände
Schmerz oder Verletzung Lahmheit, Lecken einer bestimmten Stelle Nach Belastung oder Verletzung
Stress und Langeweile Lecken ohne Hautveränderungen, weitere Angstsignale Bei langem Alleinbleiben

Allergien - der häufigste Übeltäter

Allergien sind mit Abstand die häufigste Ursache für Pfotenlecken bei Hunden. Man unterscheidet zwei Haupttypen:

Umweltallergie (Atopie) - Reaktion auf Gräserpollen, Staub, Milben, Schimmel. Oft saisonal: Sie verstärkt sich im Frühling und Sommer. Der Hund leckt die Pfoten nach der Rückkehr vom Spaziergang, und die Symptome können auch Bauch, Leisten und Ohren betreffen. Es hilft, die Pfoten nach jedem Gang nach draußen regelmäßig mit einem feuchten Tuch abzuwischen.

Futtermittelallergie - der Körper des Hundes reagiert auf ein Protein im Futter (meist Huhn, Rind, Milchprodukte, Weizen). Das Lecken hält das ganze Jahr an, unabhängig vom Wetter. Die Diagnose verlangt eine Eliminationsdiät unter tierärztlicher Kontrolle - mindestens 8-12 Wochen Fütterung mit einem Protein, das der Hund vorher nicht bekommen hat.

Hefepilzinfektion - das Signal liegt in der Nase

Hefepilze der Gattung Malassezia leben natürlicherweise auf der Haut des Hundes, aber die feuchtwarmen Zwischenräume zwischen den Zehen sind für sie ideale Bedingungen. Übermäßige Vermehrung zeigt sich durch einen charakteristischen süßlichen oder "maisartigen" Geruch, Juckreiz, Rötung und bräunliche Verfärbung des Fells. Das behandelt man nicht selbst - dafür braucht es antimykotische Präparate vom Tierarzt.

Fremdkörper zwischen den Zehen

Das ist einer der am einfachsten zu prüfenden Gründe. Ein Grashalm, ein Dorn, ein Glassplitter oder ein Steinchen können sich zwischen den Zehen festsetzen und starkes Unwohlsein auslösen. Charakteristisches Signal: Der Hund fängt plötzlich an, eine ganz bestimmte Pfote intensiv zu lecken, oft direkt nach dem Spaziergang. Prüfe die Zehenzwischenräume bei gutem Licht und spreiz die Zehen dabei vorsichtig.

Schmerz und Pfotenverletzungen

Ein Hund leckt die Stelle, die ihm wehtut - das ist Instinkt. Verletzungen der Ballen (Verbrennung auf heißem Asphalt, Schnitt, Prellung), Gelenkentzündungen oder andere Schmerzen können sich genau durch Lecken zeigen. Kommt Lahmheit dazu oder schont dein Hund sichtbar eine bestimmte Pfote - dann ist das ein Grund für einen Tierarztbesuch.

Übrigens: Heißer Asphalt kann im Sommer die Ballen eines Hundes in wenigen Sekunden verbrennen. Die Regel ist einfach - wenn der Untergrund für deine Handfläche zu heiß ist, ist er zu heiß für die Pfoten deines Hundes. Mehr über Spaziergänge bei Hitze findest du im Artikel über den Spaziergang mit Hund bei Hitze.

Stress, Angst und Langeweile

Hunde, die mit Stress überlastet oder unterfordert sind, können wiederholte, beruhigende Verhaltensweisen entwickeln - Pfotenlecken ist eine davon. Wichtige Einschränkung: Stress als Ursache ist eine Ausschlussdiagnose. Zuerst muss der Tierarzt medizinische Ursachen ausschließen. Wenn ein Hund unter Trennungsangst oder starkem Stress leidet, ist Lecken selten das einzige Symptom - such auch nach anderen Signalen, etwa Lautäußerungen, Zerstörung von Gegenständen oder Problemen beim Fressen. Mehr dazu im Artikel über Trennungsangst beim Hund.

Bräunliches Fell zwischen den Zehen - was bedeutet das?

Die charakteristische rostbraune Verfärbung des Fells zwischen den Ballen ist die Wirkung von Porphyrinen im Speichel. Porphyrine selbst sind ein natürlicher Bestandteil von Speichel und Tränenflüssigkeit des Hundes - sie sind nicht giftig -, aber wenn ein Hund lange intensiv leckt, lagern sie sich im Fell ab und färben es rosa-rostig, mit der Zeit dunkelbraun. Die Farbe an sich ist keine Krankheit, aber sie zeigt deutlich, dass das Lecken zu lange andauert und man die Ursache suchen sollte.

Wann zum Tierarzt?

Warte nicht, wenn:

  • Das Lecken täglich vorkommt und stundenlang dauert
  • Die Pfoten rot oder geschwollen sind oder Wunden zu sehen sind
  • Dein Hund lahmt oder eine Pfote deutlich schont
  • Du einen unangenehmen Geruch von den Pfoten wahrnimmst
  • Zusätzlich Kratzen an den Ohren, ein geröteter Bauch oder Haarausfall auftreten

Beschreibe dem Tierarzt dann: wann das Lecken begonnen hat, ob es saisonal ist, ob es eine oder alle Pfoten betrifft und ob dein Hund kürzlich etwas Neuem ausgesetzt war (neues Futter, neue Spazierorte).

Was kannst du zu Hause tun?

Vor dem Tierarztbesuch oder als Ergänzung zur Behandlung:

  • Wisch die Pfoten ab nach jedem Spaziergang - ein feuchtes Tuch entfernt Allergene (Pollen, Gräser) aus den Zehenzwischenräumen.
  • Kontrolliere die Pfoten nach jedem Ausflug, besonders im Grünen - fang Fremdkörper ab, bevor sie sich tiefer bohren.
  • Übergieß die Pfoten nicht bei jeder Gelegenheit mit Wasser - zu viel Feuchtigkeit begünstigt Hefepilzinfektionen.
  • Trag keine Präparate ohne Rücksprache mit dem Tierarzt auf - falsche Mittel können den Hautzustand verschlechtern.

Bewegung und geistige Beschäftigung sind die Basis der Hundegesundheit - auch der Hautgesundheit. Ein gut ausgelasteter Hund sucht seltener ein Ventil in zwanghaftem Verhalten. Finde Freilaufflächen, Parks und Spazierrouten in deiner Umgebung auf der Karte in DOGOUT und hol deine Crew an die frische Luft.

Häufige Fragen

Hat ein Hund, der die Pfoten leckt, immer ein Problem?
Nein - kurzes Lecken nach dem Spaziergang ist normale Körperpflege. Ein Problem entsteht, wenn das Lecken lange anhält oder zwanghaft wird oder wenn Hautveränderungen dazukommen: Rötung, Schwellung, bräunliche Verfärbung des Fells zwischen den Zehen oder ein unangenehmer Geruch.
Woher kommt das bräunlich-rostige Fell zwischen den Zehen?
Das ist die Wirkung von Porphyrinen im Speichel. Wenn ein Hund seine Pfoten übermäßig leckt, lagern sich Porphyrine im Fell ab und färben es rosa-rostig, mit der Zeit dunkelbraun. Die Farbe selbst ist keine Krankheit, aber ein Signal, dass das Lecken zu lange andauert.
Wann steckt eine Allergie hinter dem Pfotenlecken?
Wenn dein Hund die Pfoten saisonal leckt (besonders im Frühling und Sommer) oder nach Kontakt mit Gras und Staub, ist eine Umweltallergie sehr wahrscheinlich. Hält das Lecken das ganze Jahr über unabhängig von der Jahreszeit an, liegt der Verdacht auf einer Futtermittelallergie - besprich das mit dem Tierarzt und erwäge eine Eliminationsdiät.
Was ist eine Hefepilzinfektion der Pfoten?
Hefepilze (meist Malassezia) leben natürlicherweise auf der Haut des Hundes, aber das feuchtwarme Milieu zwischen den Zehen begünstigt ihre übermäßige Vermehrung. Symptome sind Juckreiz, Rötung, ein charakteristischer 'Maisgeruch' oder süßlicher Geruch und bräunliche Verfärbung des Fells. Behandelt wird sie mit antimykotischen Präparaten vom Tierarzt.
Kann ein Hund aus Stress die Pfoten lecken?
Ja, aber das ist eine seltenere Ursache als medizinische Probleme. Stress, Trennungsangst oder Langeweile können zu wiederholten, beruhigenden Verhaltensweisen führen - Pfotenlecken gehört dazu. Wenn der Tierarzt körperliche Ursachen ausgeschlossen hat, lohnt sich ein Blick auf Bewegung, Beschäftigung und Umfeld deines Hundes.
Wie prüfe ich, ob ein Fremdkörper zwischen den Zehen steckt?
Spreiz die Zehen deines Hundes vorsichtig und schau dir die Zwischenräume bei gutem Licht an. Such nach Grannen, Dornen, Kiesstückchen, Glassplittern oder kleinen Steinchen. Wenn dein Hund plötzlich eine ganz bestimmte Pfote leckt, ist ein Fremdkörper eines der ersten Dinge, die du ausschließen solltest.