Hundeohren reinigen - wann, wie und womit

Reinige die Ohren deines Hundes nur dann, wenn sie verschmutzt sind - nicht vorsorglich und nicht täglich. Nimm einen Ohrreiniger für Hunde, befeuchte einen Wattebausch oder eine Kompresse und wische ausschließlich den sichtbaren Teil der Ohrmuschel ab. Schieb niemals Wattestäbchen tief in den Gehörgang - du kannst Schmutz nach innen stopfen oder das Trommelfell verletzen. Geruch, Rötung, Kopfschütteln oder Kratzen sind Signale für einen Termin in der Tierarztpraxis, nicht für forciertes Reinigen.
Die Ohren deines Hundes sind kein Ort, den man täglich schrubben muss - die meisten Hunde kommen wunderbar allein zurecht. Deine Aufgabe ist es, hinzuschauen, auf erste Signale zu reagieren und dann zu reinigen, wenn es tatsächlich etwas zu reinigen gibt. Sanft und mit Verstand gemacht, dauert die Ohrreinigung eine Minute und erspart deinem Hund womöglich eine schmerzhafte Entzündung. Mit Gewalt gemacht, mit einem Stäbchen tief im Gehörgang, richtet sie mehr Schaden als Nutzen an.
Wann reinigst du die Ohren deines Hundes?
Die Regel ist einfach: Reinige, wenn du Schmutz siehst, nicht nach starrem Kalender. Schau einmal pro Woche beim Streicheln ins Ohr. Ist die Ohrmuschel sauber, rosa und geruchlos - tu nichts. Unnötiges Reinigen eines gesunden Ohrs stört das natürliche Gleichgewicht und kann es reizen.
Gute Momente für Kontrolle und eventuelles Reinigen:
- nach dem Bad und nach jedem Schwimmen - Feuchtigkeit im Gehörgang ist ein Infektionsrisiko,
- wenn du einen bräunlichen Belag oder überschüssiges Ohrenschmalz am Eingang des Gehörgangs siehst,
- wenn dein Hund häufiger am Ohr kratzt oder es am Boden reibt.
Wichtig: Wenn das Ohr bereits gerötet, geschwollen, schmerzhaft ist oder unangenehm riecht - reinige es nicht auf eigene Faust. Das kann eine Entzündung sein, die begutachtet und behandelt werden muss. Ein gereiztes Ohr zu reinigen macht die Sache nur schlimmer.
Hundeohren reinigen Schritt für Schritt
Leg dir einen Ohrreiniger für Hunde sowie Wattebäusche oder Kompressen bereit. Geh ruhig vor - ein Hund, der die Reinigung einmal mit Schmerz verknüpft, wird sich jedes Mal wegdrehen.
- Setz deinen Hund bequem hin, an einem ruhigen Ort, am besten nach einer kurzen Runde, wenn er entspannt ist.
- Gib den Reiniger in den Gehörgang entsprechend der Anleitung auf der Verpackung (meist reicht eine Portion).
- Massiere den Ohransatz unten ein paar Sekunden lang - du hörst ein charakteristisches Gluckern. Das löst das Sekret.
- Lass deinen Hund den Kopf schütteln - so befördert er den gelösten Schmutz auf natürlichem Weg aus der Tiefe des Gehörgangs nach außen.
- Wisch den sichtbaren Teil der Ohrmuschel und den Eingang des Gehörgangs mit einem Wattebausch oder einer Kompresse ab. Geh nicht tiefer als bis zum ersten Fingerglied.
- Belohne deinen Hund mit einem Leckerbissen. Die positive Verknüpfung zahlt sich beim nächsten Mal aus.
Was du niemals tun solltest
- Schieb keine Wattestäbchen tief in den Gehörgang. Sie drücken Ohrenschmalz und Schmutz nach innen und können bei einem Ruck deines Hundes das Trommelfell verletzen.
- Verwende kein Wasserstoffperoxid, keinen Alkohol und keine Öle. Sie reizen die empfindliche Haut des Gehörgangs.
- Reinige die Ohren nicht täglich und nicht vorsorglich. Weniger ist mehr.
- Ignoriere keine Schmerzen. Wenn dein Hund winselt oder bei Berührung des Ohrs wegläuft - das ist ein Signal für die Tierarztpraxis, kein Grund, nachzudrücken.
Womit reinigen - was hilft und was schadet
| Mittel | Verwenden? | Warum |
|---|---|---|
| Ohrreiniger für Hunde | Ja | Auf pH und empfindliche Haut des Gehörgangs abgestimmt |
| Wattebausch oder Kompresse | Ja | Sicher zum Abwischen des sichtbaren Teils |
| Wattestäbchen | Nein | Schieben Schmutz tiefer, Risiko für das Trommelfell |
| Wasserstoffperoxid | Nein | Reizt und trocknet die Haut des Gehörgangs aus |
| Spiritus / Alkohol | Nein | Brennt, besonders bei Reizung |
| Ätherische Öle | Nein | Können reizend und unberechenbar sein |
Wenn du unsicher bist, welchen Reiniger du für deinen Hund wählst, frag bei der nächsten Routineuntersuchung in der Tierarztpraxis nach - dort wird das Produkt passend zu Ohrtyp und Haut ausgesucht.
Anzeichen einer Ohrenentzündung - wann in die Praxis
Reinigen ist Hygiene, keine Behandlung. Bestimmte Anzeichen bedeuten, dass es Zeit für eine fachliche Beurteilung ist und nicht für die nächste Portion Reiniger:
- Unangenehmer Geruch - sauer, eitrig oder wie ranziges Essen.
- Rötung und Schwellung im Inneren der Ohrmuschel.
- Dunkles, eitriges oder reichliches Sekret.
- Häufiges Kopfschütteln und Schiefhalten zu einer Seite.
- Intensives Kratzen am Ohr und Reiben an Möbeln oder am Boden.
- Schmerzen - dein Hund zieht den Kopf zurück, winselt oder lässt das Ohr nicht anfassen.
Ohrenentzündungen bei Hunden heilen meist nicht von allein und können unbehandelt sogar zu Hörproblemen führen. Wenn du die genannten Signale siehst, vereinbare einen Termin in der Tierarztpraxis, statt zu Hause zu experimentieren. Regelmäßiges Reinigen gehört zur übrigen Pflege dazu - mehr dazu findest du in den Texten über die Fellpflege beim Hund und darüber, wie du deinen Hund richtig badest.
Warum Hunde mit Schlappohren mehr Aufmerksamkeit brauchen
Eine hängende Ohrmuschel bedeckt den Eingang zum Gehörgang und begrenzt den Luftstrom. Die Folge: Innen ist es wärmer und feuchter, und das sind ideale Bedingungen für Bakterien und Hefen. Deshalb brauchen Rassen wie Cocker Spaniel, Basset, Setter oder Spaniel häufigere Kontrolle als Hunde mit Stehohren.
Was bei Schlappohren hilft:
- Gründliches Trocknen der Ohren nach jedem Bad und Schwimmen.
- Häufigere Sichtkontrolle - schau alle paar Tage ins Ohr.
- Auf den ersten Geruch reagieren, statt zu warten, bis dein Hund anfängt zu kratzen.
Hygiene betrifft nicht nur die Ohren - dieselbe Beobachtungsgewohnheit gilt für die Zähne. Wie du das Maul deines Hundes pflegst, beschreiben wir im Artikel über die Zahnpflege beim Hund.
Gesunde Ohren bedeuten einen Hund, der gern rennt, schnüffelt und ohne Unbehagen loszieht. Kümmer dich um die Hygiene und geh dann raus - schau auf der DOGOUT-Karte, wo andere in der Umgebung unterwegs sind, verabrede eine gemeinsame Runde und lass deinen Hund voll aufleben.
Quellen
Häufige Fragen
- Wie oft sollte ich die Ohren meines Hundes reinigen?
- Es gibt keine für alle Hunde passende Frequenz, und keine offizielle Empfehlung nennt eine. Den meisten Hunden mit gesunden Ohren reicht es, zu reinigen, wenn sichtbar Schmutz da ist. Hunde mit Schlappohren, behaarten Ohren oder einer Neigung zu Infektionen brauchen häufigere Kontrolle. Vorsorgliches Reinigen schadet ebenfalls - stimm den Rhythmus für deinen Hund deshalb mit der Tierarztpraxis ab.
- Womit reinige ich die Ohren meines Hundes?
- Mit einem Ohrreiniger, der für Hunde bestimmt ist, sowie mit Wattebäuschen oder Kompressen. Verwende kein Wasserstoffperoxid, keinen Alkohol und keine ätherischen Öle - sie reizen die empfindliche Haut des Gehörgangs. Wattestäbchen fallen weg, weil sie das Sekret tiefer hineinschieben.
- Darf ich Wattestäbchen für die Ohren meines Hundes benutzen?
- Nein. Wattestäbchen drücken Ohrenschmalz und Schmutz tiefer in den Gehörgang, und bei einer unvorsichtigen Bewegung können sie das Trommelfell verletzen. Reinige nur den sichtbaren Teil der Ohrmuschel mit einem Wattebausch oder einer Kompresse, niemals tief im Gehörgang.
- Woran erkenne ich eine Ohrenentzündung beim Hund?
- Typische Anzeichen sind unangenehmer Geruch, Rötung und Schwellung, dunkles oder eitriges Sekret, häufiges Kopfschütteln, Kratzen am Ohr und Schmerzen bei Berührung. Wenn du das siehst, reinige das Ohr nicht mit Gewalt - vereinbare einen Termin in der Tierarztpraxis, denn Ohrenentzündungen heilen meist nicht von allein.
- Brauchen Hunde mit Schlappohren mehr Aufmerksamkeit?
- Ja. Eine hängende Ohrmuschel begrenzt den Luftstrom, der Gehörgang ist dadurch wärmer und feuchter - ein Milieu, das Infektionen begünstigt. Rassen wie Cocker Spaniel, Basset oder Setter brauchen häufigere Kontrolle und gründliches Trocknen der Ohren nach Bad und Schwimmen.








