Mit Hund in Zug und Nahverkehr - was du wissen musst

Ein angeleinter Hund wartet auf einem U-Bahn-Bahnsteig
Foto: Paul Buijs / Pexels
Kurz gesagt

Im Zug fährt ein Hund in der Transportbox kostenlos, ein an der Leine geführter Hund braucht ein Ticket: bei PKP Intercity 11,90 Zloty, bei POLREGIO 5 Zloty, unabhängig von der Streckenlänge. Außerhalb der Box gelten Leine und Maulkorb während der gesamten Fahrt sowie ein gültiger Nachweis der Tollwutimpfung. Im Nahverkehr legt die Stadt die Regeln fest: in Warschau ist die Mitnahme kostenlos, verlangt aber Maulkorb und Leine. Assistenzhunde sind von diesen Anforderungen ausgenommen.

Kein Auto zu haben muss nicht heißen, dass ihr nur dorthin fahrt, wohin man laufen kann. Zug plus Bus öffnen dem Hund das ganze Land: Wanderwege, Wälder, Meer, Masuren. Nur ist das kein Spaziergang mehr, sondern eine Fahrt mit Bedingungen, Gebühr und Maulkorb, und diese Regeln lernt man besser vor dem Bahnsteig kennen als auf dem Bahnsteig.

Zug: was es kostet und was du dabeihaben musst

Die beiden größten Fernverkehrsunternehmen haben ähnliche Regeln und sehr unterschiedliche Preise.

PKP Intercity POLREGIO
Hund in der Transportbox kostenlos kostenlos, im Rahmen des Handgepäcks
Hund an der Leine 11,90 Zloty, pauschal 5 Zloty, pauschal
Hängt der Preis von der Strecke ab nein nein
Leine und Maulkorb außerhalb der Box während der ganzen Fahrt verlangt verlangt
Papiere gültiger Nachweis der Tollwutimpfung gültiger Nachweis der Tollwutimpfung
Sitz- oder Liegeplatz darf vom Tier nicht belegt werden Tier und Box im Gepäckbereich, nicht auf dem Sitz
Assistenz- und Blindenführhunde nach eigenen Regeln, ohne Maulkorb und Leine, im Geschirr kostenlos, ohne Maulkorb und Leine, im Geschirr

Zwei Dinge lohnen sich aus dieser Tabelle zu merken. Erstens: die Gebühr ist pauschal, eine Fahrt durch das halbe Land kostet für den Hund also so viel wie zwei Haltestellen. Zweitens: die Box muss tatsächlich eine Box sein - laut Bedingungen soll sie den Zugang des Tieres zur Umgebung wirksam begrenzen, und der Hund darf keinen Körperteil herausstrecken. Eine Tasche, aus der ein Kopf schaut, erfüllt das nicht, und das Zugpersonal darf einen solchen Hund wie einen Hund an der Leine behandeln.

Und die übrigen Unternehmen

Die obigen Preise haben wir direkt bei PKP Intercity und POLREGIO bestätigt. Regionale Anbieter - Koleje Mazowieckie, Koleje Slaskie, Koleje Dolnoslaskie, die SKM und weitere Gesellschaften der Woiwodschaften - haben eigene Tarife und eigene Bedingungen, und ihre Preise für die Mitnahme eines Hundes fallen teils anders aus. Fährst du mit einem Regionalzug, prüfe vor der Reise die Preisliste deines Unternehmens und setze nicht den Intercity-Tarif voraus.

Preise und Bedingungen ändern sich zudem mit der Zeit, also lohnt auch bei bestätigten Zahlen vor einer längeren Fahrt ein Blick auf die Seite des Unternehmens.

Nahverkehr: hier entscheidet die Stadt

Es gibt keine landesweite Vorschrift über Hunde in Bus und Straßenbahn. Die Regeln legt der Verkehrsverbund der jeweiligen Stadt fest, in einem Dokument, das meist Ordnungsbedingungen oder Beförderungsbedingungen heißt. Deshalb lautet die Antwort auf "muss der Hund in der Straßenbahn einen Maulkorb tragen" in Warschau anders als in deiner Stadt, und die einzige sichere Quelle sind die lokalen Bedingungen.

In Warschau erlauben die Ordnungsbedingungen des Warschauer Nahverkehrs die Mitnahme in Fahrzeugen und das Betreten der Metrostationen für:

  • kleine Haustiere, wenn sie für die Fahrgäste nicht lästig sind und in einem für das Tier geeigneten Korb, Kasten oder Käfig untergebracht sind,
  • Hunde, sofern sie sich nicht aggressiv verhalten, für die Fahrgäste nicht lästig sind und einen Maulkorb tragen sowie an der Leine geführt werden,
  • Assistenzhunde im Sinne des Gesetzes über die berufliche und soziale Rehabilitation und die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen.

Dazu kommt die Aufsichtspflicht: der Fahrgast haftet für das mitgeführte Tier und für Schäden, die es verursacht. Das Tier darf außerdem keinen Sitzplatz belegen.

Eine Gebühr für die Mitnahme sehen die Bedingungen nicht vor, in der Praxis fährt der Hund in Warschau also kostenlos. In anderen Städten ist es oft genauso, aber das gehört bei dir geprüft und nicht vorausgesetzt.

Ein Maulkorb, der keine Strafe ist

Auf der Fahrt ist der Maulkorb schlicht eine Anforderung, die Frage lautet also nicht "ob", sondern "wie schaffe ich es, dass der Hund ihn nicht hasst". Zwei Dinge entscheiden alles:

  • Der Typ des Maulkorbs. Ein Korbmaulkorb, der den Hund den Fang öffnen, hecheln und trinken lässt. Stoffmaulkörbe, die den Fang zusammenziehen, blockieren das Hecheln, also die einzige Art, wie ein Hund Wärme abgibt; in einem vollen, warmen Fahrzeug ist das ein echtes Problem.
  • Vorbereitung im Voraus. Der erste Kontakt mit dem Maulkorb darf nicht auf den Bahnsteig fallen. Den ganzen Ablauf haben wir in Hund an den Maulkorb gewöhnen beschrieben - er dauert ein paar Tage kurzer Einheiten und erspart beiden Seiten eine sehr schlechte erste Fahrt.

Die erste Fahrt Schritt für Schritt

  1. Fang mit einer kurzen Strecke an. Zwei Haltestellen Straßenbahn oder eine Bahnstation, und zurück. Das Ziel ist die Erfahrung, nicht das Ankommen.
  2. Wähle eine Zeit außerhalb der Hauptverkehrszeit. Ein leerer Wagen ist eine völlig andere Situation als das Gedränge um 16 Uhr.
  3. Füttere den Hund etwa drei Stunden vor der Abfahrt, nicht unmittelbar davor. Ein voller Magen plus Fahrzeugbewegung ist ein Rezept für Reiseübelkeit.
  4. Geh mit dem Hund vor dem Bahnsteig eine Runde, damit er sich lösen kann.
  5. Nimm Wasser und einen faltbaren Napf mit. Im geheizten Wagen trinkt ein Hund mehr, als man denkt.
  6. Pack eine Matte oder Decke ein und leg sie zu deinen Füßen aus. Ein Hund mit zugewiesenem Platz liegt ruhiger als einer, der stehend nach einer Position sucht.
  7. Steig an der Tür ein und bleib in Ausstiegsnähe, am besten im Großraum oder beim Gepäckbereich, nicht mitten im vollen Gang.
  8. Belohne Ruhe, statt erst auf Nervosität zu reagieren. Ein paar Leckerlis fürs Liegen bewirken mehr als beruhigendes Zureden.

Was mitnehmen

Gegenstand Wofür
Korbmaulkorb Vorschrift, muss Hecheln erlauben
Kurze Leine, keine Rollleine Kontrolle im Gedränge und an den Türen
Impfnachweis von den Bahnunternehmen verlangt
Wasser und faltbarer Napf geheizte Wagen trocknen aus
Matte oder Decke ein zugewiesener Platz beruhigt
Kotbeutel Bahnsteig, Bahnhof, Haltestelle
Handtuch nasser Hund im Herbst und Winter

Ein Hund, der Angst vor Menschenmengen und Lärm hat

Der Nahverkehr bedeutet viele Reize auf einmal: quietschende Bremsen, Türen, fremde Menschen sehr nah, Vibrationen im Boden. Wenn dein Hund schon an der Haltestelle anfängt zu gähnen, sich zu lecken, ohne Anstrengung zu hecheln oder sich zu ducken, ist das kein Trotz, sondern Stress - die Signale haben wir in Anzeichen von Stress beim Hund beschrieben.

Erzwinge die Fahrt in so einer Situation nicht. Geh zurück auf die Stufe, auf der der Hund ruhig war: an der Haltestelle stehen und die Fahrzeuge aus Distanz beobachten, dann einsteigen und sofort aussteigen, dann eine Haltestelle. Ein Hund mit ausgeprägter Reaktivität oder Angst verdient die Hilfe eines Verhaltenstherapeuten und nicht den nächsten Versuch nach dem Motto "er gewöhnt sich schon daran".

Ist das Auto die Alternative, lohnt es sich auch, die Regeln für einen sicheren Transport zu kennen - zusammengetragen haben wir sie in mit dem Hund im Auto. Und wenn der Plan größer ist und ihr ins Ausland fahrt, gelten eigene Anforderungen an die Papiere, beschrieben in mit Hund ins Ausland reisen.


Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln öffnet Routen, an die man mit dem Auto ohnehin schwer herankommt: Wegeinstiege, Seeufer, Wälder ohne Parkplatz. Schau auf der DOGOUT-Karte, was sich aus deiner Gegend mit Straßenbahn oder Zug erreichen lässt, verschaffe deinem Hund ruhige erste Fahrten und mach aus dem Nahverkehr ein Werkzeug statt eines Hindernisses.

Quellen

Häufige Fragen

Was kostet ein Ticket für den Hund im Zug?
Bei PKP Intercity kostet die Mitnahme eines Hundes außerhalb der Box pauschal 11,90 Zloty, unabhängig von Strecke und Zugkategorie. Bei POLREGIO kostet dieselbe Leistung 5 Zloty, ebenfalls pauschal. Ein Hund in der Transportbox fährt bei beiden kostenlos. Die Preise ändern sich, prüfe also vor der Reise die Preisliste deines Unternehmens.
Muss der Hund im Zug einen Maulkorb tragen?
Ja, wenn er außerhalb der Transportbox fährt. Die Beförderungsbedingungen von PKP Intercity verlangen den Maulkorb während der gesamten Fahrt sowie das Führen an der Leine, POLREGIO stellt dieselbe Bedingung. Ein Hund in der Box braucht weder Maulkorb noch Leine, weil er die Box nicht verlässt.
Welche Papiere braucht man für eine Zugfahrt mit Hund?
Einen gültigen Nachweis der Tollwutimpfung. Ihn verlangen sowohl PKP Intercity als auch POLREGIO, und zwar unabhängig davon, ob der Hund in der Box oder an der Leine fährt. Nimm den Impfpass mit und verlass dich nicht auf ein Foto im Handy.
Darf der Hund im Zug einen Sitzplatz belegen?
Nein. Die Bedingungen von PKP Intercity sagen klar, dass ein Tier weder einen Sitzplatz noch einen Liege- oder Schlafplatz belegen darf, auch dann nicht, wenn dafür Ticket und Reservierung gekauft wurden. Der Hund reist auf dem Boden, die Box im Gepäckbereich oder auf dem Schoß.
Fährt der Hund in Bus und Straßenbahn kostenlos?
Die Regeln legt der Verkehrsverbund der jeweiligen Stadt fest, es gibt also keine landesweite Antwort. In Warschau erlauben die Beförderungsbedingungen die Mitnahme ohne Gebühr, sofern sich der Hund nicht aggressiv verhält, für die Fahrgäste nicht lästig ist, einen Maulkorb trägt und an der Leine geführt wird. Prüfe in deiner Stadt das Dokument, das meist Beförderungs- oder Ordnungsbedingungen heißt.
Gelten für Assistenzhunde andere Regeln?
Ja. Ein Assistenzhund eines Menschen mit Behinderung ist von Maulkorb- und Leinenpflicht befreit, sollte aber ein Geschirr und einen Nachweis seines Status tragen. Bei POLREGIO fahren Assistenz- und Blindenführhunde kostenlos. Grundlage ist das Gesetz über die berufliche und soziale Rehabilitation und die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen.