Das Wesen des Siberian Husky - was du vor der Anschaffung wissen musst

Siberian Husky mit blauen Augen blickt in die Kamera
Foto: Helena Lopes / Pexels
Kurz gesagt

Der Siberian Husky ist freundlich, energiegeladen und sehr eigenständig. Er braucht mindestens 2 Stunden Bewegung pro Tag, hat einen starken Jagdtrieb und neigt zum Ausbüxen. Für Anfängerinnen und Anfänger oder Menschen mit sitzendem Lebensstil ist er nicht zu empfehlen - für aktive Halter ist er dagegen ein treuer und charismatischer Begleiter.

Er sieht aus wie ein Wolf, benimmt sich wie ein freier Geist und ist am anderen Ende des Parks, bevor du „bleib“ sagen kannst. Der Siberian Husky ist eine der fotogensten Rassen der Welt - und eine der anspruchsvollsten. Bevor du dich in blaue Augen verliebst, lerne kennen, was hinter diesem Wesen wirklich steckt.

Woher kommt der Siberian Husky?

Der Siberian Husky wurde über Jahrtausende vom Volk der Tschuktschen im Osten Sibiriens gezüchtet. Er diente als Zughund - er beförderte Menschen und Lasten unter extremen Winterbedingungen durch die gefrorene Tundra. Die Tschuktschen lebten mit den Hunden unter einem Dach und behandelten sie als Partner, nicht nur als Werkzeug.

1925 wurde der Husky weltberühmt durch das legendäre Serumrennen: Gespanne dieser Hunde legten über 1000 km zurück, um das Diphtherie-Antitoxin in das von der Welt abgeschnittene Nome in Alaska zu bringen. Diese Geschichte hat das Bild der Rasse geprägt - mutig, ausdauernd, eng mit dem Menschen verbunden.

Diese Geschichte solltest du kennen, bevor du dir einen Welpen holst. Der Husky ist kein Hund fürs Wohnzimmer. Er ist ein Hund, der für die Arbeit gemacht wurde.

Wie ist das Wesen des Siberian Husky?

Freundlich - aber zu seinen eigenen Bedingungen

Der Husky hat ein offenes, freundliches Temperament. Er kommt gut mit Kindern zurecht, ist Fremden gegenüber zugewandt und neigt in der Regel nicht zu Aggression. Deshalb wird er oft für einen „einfachen“ Hund gehalten - und das ist ein schwerer Irrtum.

Der Husky ist eigenständig. Er versucht nicht um jeden Preis, es dir recht zu machen, wie es zum Beispiel ein Golden Retriever tut. Er hat eine eigene Meinung und starke Instinkte, die im Bruchteil einer Sekunde die Kontrolle übernehmen können. Gehorsam muss systematisch aufgebaut und gepflegt werden - er ist nicht ein für alle Mal gegeben.

Intelligent - mit Konsequenzen

Diese Rasse ist sehr intelligent. Leider heißt das oft, dass er schnell die Schwachstellen in deinem Zaun findet, eine Methode entwickelt, die Küchentür zu öffnen, oder entscheidet, dass „Sitz“ ein Vorschlag ist und keine Aufforderung.

Das Training eines Huskys braucht Geduld, Konsequenz und positive Verstärkung. Strenge und körperliche Methoden funktionieren nicht - auf so etwas reagiert diese Rasse mit Widerstand oder Rückzug. Kurze, spannende Trainingseinheiten mit Leckerlis bringen deutlich bessere Ergebnisse.

Laut - aber auf seine Art

Der Husky bellt selten wie ein typischer Hund. Dafür heult er. Beschwert sich. „Redet“. Die Laute, die er von sich gibt, sind im ganzen Viertel zu erkennen. Wenn du im Mehrfamilienhaus wohnst, werden deine Nachbarn dazu eine Meinung haben.

Gesellig - und leidet unter Einsamkeit

Der Husky ist ein Gruppentier, gemacht für die Arbeit im Team. Bleibt er stundenlang allein, wird er unruhig, laut und destruktiv. Er ist keine Rasse, die du 10 Stunden zu Hause lassen kannst in der Hoffnung, dass sie ruhig wartet.

Passt ein Husky zu dir?

Eigenschaft Ausprägung
Körperliche Aktivität Sehr hoch - mind. 2 h täglich
Eigenständigkeit und Sturheit Hoch
Freundlichkeit gegenüber Menschen Sehr hoch
Neigung zum Ausbüxen Hoch
Jagdtrieb Hoch
Lautstärke Hoch (Heulen)
Schwierigkeit im Training Mittel bis hoch
Intensität des Haarwechsels Sehr hoch

Der Husky IST etwas für dich, wenn:

  • Du sehr aktiv bist - läufst, in den Bergen unterwegs bist, Rad fährst
  • Du Erfahrung mit eigenständigen Hunden hast
  • Du Zeit und Platz hast (ein Haus mit eingezäuntem Garten ist ein riesiger Pluspunkt)
  • Du einen Hund für Aktivitäten an der frischen Luft suchst und nicht für Sofa-Entspannung

Der Husky ist NICHTS für dich, wenn:

  • Es dein erster Hund ist
  • Du 10-12 Stunden am Tag außer Haus arbeitest
  • Du im Mehrfamilienhaus wohnst und keine 2 Stunden Aktivität täglich ermöglichen kannst
  • Du Katzen oder andere kleine Tiere hast (starker Jagdtrieb)

Der Drang zum Ausbüxen - eine ernste Sache

Der Husky ist ein berühmter Ausreißer. Er springt über den Zaun, gräbt sich darunter durch und bricht sogar das Gartentor auf. Er tut das nicht aus Bosheit - es ist schlicht Ausdruck seiner Erkundungsnatur und einer Energie, die kein Ventil hat.

Die Regel ist einfach: im offenen Gelände gehört der Husky immer an die Leine. Selbst ein gut trainierter Hund kann bei einem starken Reiz (Eichhörnchen, Katze, interessanter Geruch) aufhören, auf den Rückruf zu hören. Sicheres Laufen ohne Leine ist nur auf vollständig eingezäuntem, sicherem Gelände möglich.

Mehr zum Rückruftraining liest du im Artikel über das Signal „Hier“.

Haarwechsel und Pflege

Der Husky haart zweimal im Jahr - und zwar heftig. In dieser Zeit fallen buchstäblich ganze Büschel Unterwolle aus dem Fell. Tägliches Bürsten über 4-6 Wochen ist während des Fellwechsels normal. Den Rest des Jahres reichen ein paar Mal pro Woche.

Wichtiger Hinweis: schere deinen Husky niemals im Sommer in dem Glauben, ihm damit die Hitze zu erleichtern. Die Unterwolle wirkt als Isolierung - sie schützt vor Überhitzung und UV-Strahlung. Scheren zerstört diese Schicht und kann genau das Gegenteil bewirken.

Aktivität - wie viel ist das wirklich?

Ein erwachsener Husky braucht 1,5 bis 2 Stunden intensive Bewegung pro Tag. Gemeint ist kein Spaziergang an der Leine durch die Siedlung. Es zählen Laufen, Trekking, Frisbee, Canicross, Radfahren mit Hund oder Zugarbeit. Der Husky ist ein Hund, der für lange Distanzen gemacht ist.

Welpen brauchen weniger - übermäßige körperliche Belastung schadet den wachsenden Gelenken. Ein bewährter Ansatz sind 5 Minuten Spaziergang pro Lebensmonat des Welpen, zweimal täglich - sprich das für deinen konkreten Welpen aber mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt ab.

Wenn du ein aktives Leben mit deinem Husky planst, lies unbedingt den Artikel über Spaziergänge mit Hund bei Hitze - der Husky braucht an heißen Tagen besondere Aufmerksamkeit.

Sozialisierung von den ersten Wochen an

Der Husky ist von Natur aus freundlich, aber das entbindet nicht von der Sozialisierung. Wer früh verschiedene Menschen, Hunde, Geräusche und Umgebungen kennenlernt, wird als erwachsener Hund ruhiger und weniger reaktiv. Lies unseren Artikel über die Sozialisierung des Hundes, um die ersten Wochen gut zu planen.

Gesundheit und Lebenserwartung

Der Siberian Husky wird durchschnittlich 12-15 Jahre alt. Die Rasse ist relativ robust, hat aber eine Veranlagung für Hüftgelenksdysplasie und Augenerkrankungen (Katarakt, Hornhautdystrophie). Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt und der Kauf bei einer seriösen Zucht mit Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere sind Pflicht.


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Häufige Fragen

Ist der Siberian Husky aggressiv?
Nein - der Husky ist für sein freundliches Wesen gegenüber Menschen bekannt, auch gegenüber Kindern und Fremden. Aggression ist für diesen Charakter untypisch. Sein starker Jagdtrieb kann allerdings eine Gefahr für Katzen und kleine Tiere sein.
Wie viel Bewegung braucht ein Husky täglich?
Ein erwachsener Husky braucht mindestens 1,5-2 Stunden aktive Bewegung pro Tag. Gemeint ist kein Spaziergang an der Leine - es zählen Laufen, Trekking, Canicross oder Zugarbeit. Ein unausgelasteter Husky fängt an, die Wohnung „umzugestalten“.
Kann man einen Husky ableinen?
Nur auf sicherem, eingezäuntem Gelände. Der Husky hat einen starken Jagdtrieb und neigt zum Ausbüxen - wittert er eine interessante Spur, reagiert er unter Umständen selbst bei gutem Training nicht mehr auf den Rückruf. Eine sichere Leine beim Spaziergang ist Pflicht.
Eignet sich der Siberian Husky für eine Wohnung?
Er kann in einer Wohnung leben, aber nur, wenn du ihm sehr viel tägliche Aktivität bietest. Der Husky ist kein Sofahund - ohne Bewegung und geistige Auslastung wird er destruktiv und laut.
Wie alt wird ein Siberian Husky?
Durchschnittlich 12-15 Jahre. Die Rasse ist relativ gesund, hat aber eine Veranlagung für Hüftgelenksdysplasie und Augenerkrankungen.
Bellt ein Husky viel?
Der Husky bellt selten, ist aber auf andere Weise sehr laut - er heult, „redet“ und gibt die typischen „Wuu-Wuu“-Laute von sich. Das Heulen kann im Mehrfamilienhaus oder in enger Bebauung zum Problem werden.