Verfärbungen im Hundefell - woher sie kommen und worauf du achten musst

Nahaufnahme der Schnauze eines weissen Hundes im Freien
Foto: Alexas Fotos / Pexels
Kurz gesagt

Rostige oder braune Verfärbungen im hellen Fell deines Hundes - rund um Augen, Schnauze oder an den Pfoten - sind meist die Folge von Porphyrinen, natürlichen Verbindungen in Tränen und Speichel, die in der Sonne nachdunkeln. Das ist ein kosmetisches, harmloses Problem. Etwas völlig anderes ist ein neuer, dunkler, unregelmässiger Fleck auf der Haut selbst (nicht im Fell), der plötzlich auftaucht oder wächst - den solltest du immer dem Tierarzt zeigen, denn er kann in seltenen Fällen ein Hinweis auf eine Veränderung sein, die weitere Abklärung braucht.

Ein rostiger Streifen unter den Augen eines weissen Hundes, bräunliche Spuren an den Pfoten vom Lecken, eine hellere Stelle dort, wo das Fell lange in der Sonne lag - Verfärbungen im Fell haben sehr unterschiedliche Ursachen, von völlig harmlos bis zu solchen, die du dem Tierarzt zeigen solltest. Der Schlüssel liegt darin, die Färbung des Fells von einer Veränderung der Haut darunter zu unterscheiden.

Verfärbungen durch Tränen und Speichel (Porphyrine)

Die häufigste Ursache sichtbarer, rosa-brauner Streifen rund um die Augen, an der Schnauze oder an den Pfoten sind Porphyrine - natürliche chemische Verbindungen in Tränen, Speichel und Urin, die beim Abbau von Hämoglobin entstehen. Stellen, die dauerhaft feucht sind - Augenpartie, Bart, Zwischenzehenräume - begünstigen ihre Ablagerung im Fell. Zusätzlich oxidiert Sonnenlicht die Porphyrine, wodurch die Verfärbungen mit der Zeit nachdunkeln.

Dieses Problem sieht man fast ausschliesslich bei Hunden mit hellem oder weissem Fell - bei dunklem Fell fallen dieselben Verfärbungen einfach nicht auf. Anfälliger sind Rassen mit flacher Schnauze oder besonderer Lidform (Malteser, Shih Tzu, Bullterrier), bei denen die Tränen natürlicherweise ins Fell laufen, statt zu verdunsten.

Die Verfärbungen selbst sind kosmetisch und gefährden die Gesundheit nicht, auch wenn die ständige Feuchtigkeit an diesen Stellen die Vermehrung von Bakterien und Hefen begünstigt - siehst du unter dem verfärbten Fell eine Rötung, riechst einen unangenehmen Geruch oder erkennst eine Hautreizung, geht das bereits über ein rein kosmetisches Problem hinaus.

Aufhellung des Fells durch die Sonne

Der umgekehrte Effekt - Ausbleichen statt Nachdunkeln des Fells - ist meist die Wirkung der Sonne, ähnlich dem Ausbleichen von Menschenhaar. Betroffen sind vor allem Hunde, die viel Zeit draussen verbringen, am häufigsten sichtbar auf dem Rücken und am Kopf, also an den Stellen mit der stärksten UV-Belastung. Das ist rein kosmetisch und braucht keine Behandlung.

Was du gegen kosmetische Verfärbungen tun kannst

  • Reinige die Augen- und Schnauzenpartie regelmässig mit einem feuchten, sauberen Tuch, um Feuchtigkeit und Porphyrine zu reduzieren.
  • Halte das Fell rund um die Augen kurz geschnitten (bei prädisponierten Rassen), damit die Tränen nicht im längeren Haar stehen bleiben.
  • Prüfe, ob der übermässige Tränenfluss eine Ursache hat - eine Bindehautentzündung, einwachsende Wimpern oder Allergien können den Tränenfluss verstärken und die Verfärbungen vertiefen; in dem Fall lohnt sich eine tierärztliche Abklärung.
  • Halte die Haut in Falten und zwischen den Zehen trocken, um die Vermehrung von Bakterien und Hefen zu begrenzen, die unangenehmen Geruch begünstigen.

Wann es nicht mehr um das Fell geht

Etwas völlig anderes ist eine Veränderung der Haut selbst, nicht des Fells. Wenn du nach dem Zurückschieben des Fells einen neuen, dunklen, unebenen Fleck direkt auf der Haut entdeckst - vor allem, wenn er plötzlich aufgetaucht ist, wächst, die Form verändert, blutet oder dein Hund ihn leckt und beknabbert - ist das ein Grund für einen Tierarzttermin und kein Thema, das du wochenlang "nach Augenmass" beobachtest.

Ein Melanom ist bei Hunden selten, kann aber aggressiv sein, und eine frühe Entdeckung verbessert die Prognose wirklich. Nicht jeder dunkle Fleck auf der Haut ist ein Grund zur Panik - viele Hunde haben völlig harmlose Male - aber Asymmetrie, unregelmässige Ränder, Wachstum oder eine Veränderung des Aussehens sind Merkmale, die immer in fachkundige Hände gehören.

Bemerkst du neben der Hautveränderung auch Juckreiz oder eine Reizung in dieser Gegend, lies auch den Artikel über Juckreiz beim Hund, der dir hilft einzuschätzen, ob es ein eigenes Problem ist oder mit derselben Veränderung zusammenhängt.

Wie du Male bei deinem Hund beobachtest

Eine gute Gewohnheit ist eine kurze Kontrolle der Haut einmal im Monat, am besten beim Bürsten - schieb das Fell partienweise zur Seite und achte auf Male, die du schon kennst, und auf neue. Du kannst sogar ein Foto mit dem Handy machen, damit sich das Aussehen einer Veränderung nach ein paar Wochen leichter vergleichen lässt. So eine Routine dauert nur ein paar Minuten und erhöht die Chance spürbar, früh etwas zu bemerken, das tierärztliche Aufmerksamkeit braucht.


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Quellen

Häufige Fragen

Warum wird das Fell rund um die Augen meines Hundes rosa oder rostig?
Das sind meistens Porphyrine - natürliche Verbindungen in Tränen, Speichel und Urin, die beim Abbau von Hämoglobin entstehen. Ständig feuchte Stellen wie die Augen- oder Schnauzenpartie begünstigen ihre Ablagerung im Fell, und Sonnenlicht oxidiert diese Verfärbungen zusätzlich und dunkelt sie nach.
Betreffen Tränenverfärbungen alle Hunde?
Sichtbar sind sie vor allem bei Hunden mit hellem oder weissem Fell - bei dunklem Fell fallen dieselben Verfärbungen schlicht nicht auf. Anfälliger sind ausserdem Rassen mit flacher Schnauze oder besonderer Lidform wie Malteser, Shih Tzu oder Bullterrier, bei denen Tränen natürlicherweise ins Fell laufen.
Sind Fellverfärbungen durch Speichel oder Tränen gefährlich?
Die Verfärbungen selbst sind kosmetisch und gefährden die Gesundheit nicht. Bedenke aber, dass ständige Feuchtigkeit an diesen Stellen die Vermehrung von Bakterien und Hefen begünstigt, was manchmal zu Hautreizungen führt - siehst du eine Rötung oder riechst einen unangenehmen Geruch, lass das abklären.
Was unterscheidet eine Fellverfärbung von einer Hautveränderung?
Eine Fellverfärbung ist die Färbung des Haares selbst, von aussen sichtbar, meist an dauerhaft feuchten Stellen. Eine Hautveränderung ist etwas anderes - ein neuer, dunkler, unebener Fleck auf der Haut selbst (sichtbar, wenn du das Fell zur Seite schiebst), der plötzlich auftaucht, wächst oder die Form verändert. Letzteres solltest du immer dem Tierarzt zeigen.
Wann braucht ein neuer dunkler Fleck auf der Haut des Hundes einen dringenden Termin?
Wenn er asymmetrisch ist, unregelmässige Ränder hat, grösser wird, blutet, juckt oder dein Hund ihn leckt und beknabbert. Ein Melanom ist bei Hunden selten, aber eine frühe Entdeckung verbessert die Prognose wirklich, deshalb solltest du jede neue oder sich verändernde Veränderung auf der Haut - nicht im Fell - ohne Zögern dem Tierarzt zeigen.