Fellwechsel im Herbst beim Hund - wann er normal ist und wann nicht

Der Herbstfellwechsel bei Hunden mit doppeltem Haarkleid (z. B. Schäferhunde, Huskys, Labradore) ist ein normaler Vorgang - die Unterwolle wird gegen eine dichtere Winterunterwolle getauscht. Die Haut darunter bleibt dabei gesund, und das Fell wirkt trotz des starken Haarens weiterhin dicht und glänzend. Beunruhigend sind sichtbar dünne Stellen, kahle Flecken, gereizte Haut oder ein Haarausfall, der sich über Monate ohne Besserung hinzieht - das ist kein Fellwechsel mehr, sondern ein Grund für einen Termin in der Tierarztpraxis.
Fellknäuel auf dem Teppich, Haare auf der Kleidung, mehr Arbeit mit der Bürste als sonst - der Herbstfellwechsel überrascht selbst erfahrene Halterinnen und Halter von Hunden mit dichtem Fell. In den meisten Fällen ist das aber ein völlig normaler, saisonaler Vorgang und kein Grund zur Sorge.
Warum Hunde im Herbst haaren
Hunde mit doppeltem Haarkleid - dichter Unterwolle als Kälteschutz und darüberliegendem Deckhaar - haben einen eingebauten Mechanismus für den saisonalen Fellwechsel. Im Herbst weicht die dünnere Sommerunterwolle einer dichteren, wärmeren, die den Hund auf den Winter vorbereitet. Zu den Rassen mit besonders sichtbarem, starkem Fellwechsel gehören unter anderem Deutsche Schäferhunde, Siberian Huskys, Samojeden, Labrador Retriever und Bernhardiner.
Der Fellwechsel selbst tut nicht weh und ist keine Krankheit - er ist ein natürlicher Zyklus des Haarwachstums. Charakteristisch ist, dass das verbleibende Fell trotz der großen Menge ausfallender Haare weiterhin dicht, gesund und glänzend wirkt und die Haut darunter sauber und ohne Reizungen ist.
So unterscheidest du den normalen Fellwechsel von mehr
| Merkmal | Normaler Fellwechsel | Warnsignal |
|---|---|---|
| Menge des ausfallenden Fells | Groß, aber gleichmäßig am ganzen Körper | Auf eine Stelle konzentriert, bildet kahle Flecken |
| Aussehen des verbleibenden Fells | Dicht, glänzend | Ausgedünnt, stumpf |
| Haut darunter | Gesund, ohne Reizungen | Gerötet, schuppig, mit Veränderungen |
| Juckreiz | Keiner oder minimal | Deutlich, der Hund kratzt sich oder knabbert das Fell |
| Dauer | Einige Wochen, dann zurück zur Normalität | Hält Monate an, ohne Besserung |
Wenn dein Hund in die linke Spalte dieser Tabelle passt, macht er wahrscheinlich einfach den saisonalen Fellwechsel durch. Wenn du bei ihm Merkmale aus der rechten Spalte erkennst, lohnt sich ein Termin in der Tierarztpraxis.
So hilfst du deinem Hund während des Fellwechsels
- Bürste häufiger als sonst. Auf dem Höhepunkt des Fellwechsels ist sogar tägliches Bürsten sinnvoll - du entfernst die abgestorbene Unterwolle, bevor sie von allein auf dem Teppich landet, und stimulierst gleichzeitig die Haut. Eine Unterwollbürste kommt damit bei Rassen mit dichtem Haarkleid am besten zurecht.
- Rasier das Fell nicht "der Bequemlichkeit halber". Einen Hund mit doppeltem Haarkleid zu scheren beschleunigt den Fellwechsel nicht, kann aber die natürliche Temperaturregulierung und den Schutz der Haut vor Sonne und Kälte stören.
- Achte auf die Fütterung. Fell in gutem Zustand hängt auch von einer ausreichenden Menge Fettsäuren im Futter ab - wenn das Fell trotz regelmäßigem Bürsten stumpf aussieht, lies mehr im Artikel über trockene Haut beim Hund.
- Bade mit Maß. Ein Bad mit passendem Shampoo kann die abgestorbene Unterwolle lockern, aber zu häufiges Baden trocknet die Haut aus und kann die Lage verschlechtern.
Wann es kein gewöhnlicher Fellwechsel mehr ist
Vereinbare einen Termin in der Tierarztpraxis, wenn du bemerkst:
- sichtbare, ungleichmäßig dünne Stellen oder kahle Flecken statt gleichmäßigen Haarens,
- gereizte, gerötete oder schuppige Haut unter dem Fell (mehr dazu im Artikel über Schuppen beim Hund),
- deutlichen Juckreiz zusätzlich zum Haarausfall,
- keine Besserung nach einigen Wochen - der Herbstfellwechsel sollte abklingen und sich nicht endlos hinziehen.
Solche Symptome können auf eine Allergie, Hautparasiten, eine Hormonerkrankung (etwa eine Schilddrüsenunterfunktion) oder Nährstoffmängel hinweisen - keine dieser Ursachen löst sich durch Bürsten allein.
Denk auch daran, dass sich der Fellwechsel mit anderen, saisonunabhängigen Hautproblemen überlagern kann - wenn du zur gleichen Zeit Schuppen oder Verfärbungen im Fell bemerkst, lies auch, wie Schuppen beim Hund und Verfärbungen im Fell aussehen, um einzuschätzen, ob es getrennte Phänomene sind oder ein größeres gemeinsames Problem.
Dichtes, gesundes Fell ist die bessere Isolierung für kühlere Spaziergänge. Schau auf der DOGOUT-Karte nach Herbstrouten in deiner Umgebung und verabrede eine Runde mit der Crew, bevor die Blätter unter dem ersten Schnee verschwinden.
Quellen
Häufige Fragen
- Warum verliert mein Hund im Herbst so viel Fell?
- Das ist der natürliche saisonale Fellwechsel - er betrifft vor allem Hunde mit doppeltem Haarkleid (dichte Unterwolle plus Deckhaar), etwa Schäferhunde, Huskys, Samojeden, Labradore oder Bernhardiner. Die Sommerunterwolle wird gegen eine dichtere Winterunterwolle getauscht, was sich über einige Wochen in großen Mengen ausfallenden Fells zeigt.
- Wie unterscheide ich einen normalen Fellwechsel von übermäßigem Haarausfall?
- Beim normalen Fellwechsel fällt viel Fell aus, aber die Haut darunter ist gesund, und das gesamte Haarkleid wirkt trotz des Haarens weiterhin dicht und glänzend. Beunruhigend sind sichtbar dünne Stellen, kahle Flecken, gereizte oder gerötete Haut sowie Haarausfall, der nach einigen Wochen nicht nachlässt.
- Wie helfe ich meinem Hund während des Herbstfellwechsels?
- Am wirksamsten ist regelmäßiges, häufigeres Bürsten als sonst - es entfernt die abgestorbene Unterwolle, bevor sie von allein auf Teppich und Sofa landet, und fördert die Durchblutung der Haut. Rassen mit doppeltem Haarkleid bürstest du auf dem Höhepunkt des Fellwechsels am besten alle paar Tage, idealerweise mit einer passenden Unterwollbürste.
- Hilft Baden während des Fellwechsels?
- In Maßen - ein Bad mit passendem Shampoo kann helfen, die abgestorbene Unterwolle zu lockern, aber zu häufiges Baden trocknet die Haut aus und kann den Fellzustand verschlechtern. Für den Alltag ist regelmäßiges Bürsten die bessere Lösung als häufiges Baden.
- Wann gehört Haarausfall beim Hund in die Tierarztpraxis?
- Wenn du kahle Flecken siehst, ungleichmäßig dünne Stellen, gereizte oder gerötete Haut unter dem Fell, Juckreiz zusätzlich zum Haarausfall, oder wenn das Fell nach dem Ende der Fellwechselzeit nicht zu seiner normalen Dichte zurückkehrt. Das können Anzeichen von Allergien, Parasiten, einer Hormonerkrankung oder von Mängeln im Futter sein.








